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Meimersdorfer Moor // RĂ€umungsaufforderung 26.08.2019

Besetzung

Am 16.4.2019 haben wir, die Wagengruppe Schlagloch, eine BrachflĂ€che im Meimersdorfer Moor (Koordinaten: 54°17’17.0″N 10°07’21.9″E ) besetzt. Laut einer Information der Bahn-Immobilienwirtschaft von ca. 2017 wurde diese FlĂ€che damals gerade versteigert. Wir hatten diese FlĂ€che daraufhin dann der Stadt vorgeschlagen. Diese lehnte eine Nutzung als Wagenplatz ab, da es sich um Kreuzotter-Schutzgebiet handele. Wir sind der festen Überzeugung, dass ein Wagenplatz die Kreuzottern nicht gefĂ€hrdet, da wir z.B. keinerlei Boden versiegeln.

 

EigentumsverhÀltnisse ungeklÀrt / Dennoch RÀumungsaufforderung

In der ersten Woche nach der Besetzung im April 2019 schlug dann ein Herr Bolsenkötter aus Pfaffenhofen hier auf. Er ist nach eigenen Angaben der EigentĂŒmer dieser FlĂ€che und machte einige Tage lang extrem Stress (nachzulesen in den BlogeintrĂ€gen: https://schlagloch.blackblogs.org/2019/04/21/platzverweis-durch-polizei-kommt-vorbei/ ; https://schlagloch.blackblogs.org/2019/04/23/aktuelle-situation-im-meimersdorfer-moor/ ; https://schlagloch.blackblogs.org/2019/04/25/aktueller-stand-im-moor/ ). Er versuchte uns Umweltvergehen anzuhĂ€ngen, die das daraufhin hier erschienene Umweltamt jedoch natĂŒrlich nicht bestĂ€tigen konnte und er erstattete Anzeige wegen Hausfriedensbruch gegen uns (nach wie vor gegen Unbekannt, da weder er, noch die Polizei Daten von uns bekamen). Von der Polizei erfuhren wir dann, dass scheinbar sowohl im Grundbuch, als auch im FlĂ€chennutzungsplan die FlĂ€che noch unter ZustĂ€ndigkeit der Bahn fĂ€llt. Der EigentĂŒmer mĂŒsse sich also zunĂ€chst mit der Bahn um BĂŒrokratie kĂŒmmern, bevor die Polizei, Staatsanwaltschaft o.Ă€. tĂ€tig werde. Die Polizei kam seitdem regelmĂ€ĂŸig vorbei und bestĂ€tigte, dass es dort scheinbar bisher keinen Fortschritt gĂ€be. Gut fĂŒr uns, denn seitdem war es hier ziemlich entspannt! Wir versuchten trotzdem eine Info von der Bahn zu bekommen, um auf dem Stand der Dinge zu bleiben und uns ggf auf eine sich verĂ€ndernde Situation einstellen zu können. Diese Woche bekamen wir endlich eine Antwort: Der EigentĂŒmer und die Bahn scheinen nun gemeinsame Sache zu machen und forderten uns per E-Mail auf, die FlĂ€che zum 26.08.2019 zu rĂ€umen. Wir lassen uns davon nicht stressen, aber natĂŒrlich bedeutet es dennoch wieder ein zunehmend unsicheres GefĂŒhl. Wir freuen uns darum, wenn ihr ab sofort wieder versucht, regelmĂ€ĂŸig den Blog zu checken etc, um sich daraus eventuell ergebende Notsituationen mitzubekommen…

 

Warum sollen wir hier weg? // Bauvorhaben Solaranlage?

In der ersten Woche prophezeite der EigentĂŒmer außerdem mehrfach, dass noch in derselben Woche hier Baubeginn fĂŒr irgendetwas sein solle. Uns erschien das reichlich unrealistisch, da wir ja wissen, dass es sich um ein Kreuzotter-Schutzgebiet handelt. Unseren Recherchen zu Folge handelt es sich bei dem EigentĂŒmer um Bodo Bolsenkötter von der Firma Hallertauer Leasing GmbH ( https://www.energykonzept.net/about/ ). Diese Firma scheint Solaranlagen zu bauen. Das ist natĂŒrlich eigentlich etwas, was wir gut finden. Schließlich leben wir selber ausschließlich mit unserem eigenen Solarstrom aus den Inselanlagen auf unseren WagendĂ€chern. Es erscheint uns auch das einzig halbwegs realistische Bauvorhaben zu sein, was hier eventuell sogar eine Baugenehmigung bekommen könnte. Wir gehen jedoch davon aus, das die derzeit freie FlĂ€che, die wir bewohnen, nicht „lukrativ“ genug wĂ€re fĂŒr einen solchen Großinvestor und seine Solaranlage. Sondern dass vermutlich einiges an BĂ€umen und Natur drumherum platt gemacht werden wĂŒrde, um mehr FlĂ€che zur VerfĂŒgung zu haben. Nicht nur deswegen halten wir ein derartiges Bauvorhaben hier nicht fĂŒr sinnvoll, sondern auch, weil wir es fĂŒr Quatsch halten, die Natur mit Photovoltaik zu pflastern, wĂ€hrend es zum Beispiel viel sinnvoller wĂ€re, die DĂ€cher der HĂ€user in der Stadt zu nutzen, die ohnehin „tot“ sind.

 

Kreuzotter-Schutzgebiet

Gelegentlich kommen Biolog*innen hier vorbei, die die Kreuzottern beobachten. Es kam ein paar Mal zu aus unserer Sicht netten GesprĂ€chen. Sie bestĂ€tigten uns, dass die Kreuzottern sich scheinbar nicht von uns gestört fĂŒhlen. Diese Woche zĂ€hlten sie 14 Kreuzottern, so viele wie nie zuvor. Die Kreuzottern halten sich ausschließlich rechts des Weges, der ĂŒber unsere FlĂ€che fĂŒhrt, auf. Wir achten also darauf, diesen Teil der FlĂ€che nicht zu nutzen, um die Kreuzottern nicht einzuschrĂ€nken.

 

Weiterer Verlauf

Von Anfang Juni bis Anfang Juli hatten wir die FlĂ€che fĂŒr ca. 4 Wochen gerĂ€umt, da viele von uns anderes zu tun hatten und wir deswegen beschlossen, eine kleine Sommerpause zu machen. Am 8.7.2019 haben wir die FlĂ€che neu besetzt, mit dem Plan, die FlĂ€che zu halten und hier zu bleiben. Wir haben es uns seitdem hier gemĂŒtlich gemacht, uns eingerichtet und freuen uns, schon bald wieder schöne Veranstaltungen mit allen Freund*innen und Interessierten an diesem schönen Ort machen zu können! RĂ€umungsaufforderun hin oder her – das sind wir ja nicht anders gewohnt 😉

Kurzum: so einfach lassen wir uns nicht verscheuchen!

Wagenleben gibt’s – Schlaglöcher gibts – Basta!

 

fĂŒr Neuigkeiten: schlagloch.blackblogs.org

Protokoll: Treffen mit Arne Langniß, Die GrĂŒnen am 18.06.2019

Protokoll Arne Langniß

Nachdem die letzten Treffen mit Stadtpolitiker*innen nun etwa ein Jahr zurĂŒckliegen haben wir uns am 18.06.2019 mit Arne Langniß von den GrĂŒnen getroffen. In dem GesprĂ€ch sollte es um bisher ungeprĂŒfte sowie negativ geprĂŒfte FlĂ€chen, um kontaminierte und teilkontaminierte FlĂ€chen und um die Frage gehen, was wir aktuell tun können, um auf parteipolitischem Wege eine FlĂ€che fĂŒr den Wagenplatz zu bekommen.

Eine FlĂ€che ist zum Beispiel das Gleisdreieck hinter der Diedrichstraße. Damals wurde die FlĂ€che abgelehnt, da die Feuerwehr nicht durch die GleisunterfĂŒhrung kĂ€me. Selbiges gilt fĂŒr unsere LKW auch. Arne Langniß stellte den Ablehnungsgrund der Feuerwehr als lösbar dar, da ja ein Hydrant aufgestellt werden könne. Wir könnten uns darĂŒber mit dem Ortsdezernenten beraten.

Im GesprĂ€ch stellte Arne Langniß es ansonsten so dar, als seien ja nun alle FlĂ€chen negativ geprĂŒft und somit eine Lösung fĂŒr uns nicht in Sicht. Wir machten ihn darauf aufmerksam, dass es noch viele FlĂ€chen gibt, die nicht geprĂŒft seien oder falsch von der Stadt geprĂŒft wurden und sprachen mit ihm ab, ihm eine aktuelle Liste der zu prĂŒfenden FlĂ€chen zukommen zu lassen. Wegen der vermeintlichen FlĂ€chenarmut schlug er vor wir könnten uns an die Randgemeinden wenden und fragen, ob die eine FlĂ€che fĂŒr uns haben.

Im GesprĂ€ch machte er immer wieder deutlich, dass er keine Chance fĂŒr uns sieht. Denn selbst wenn wir uns ein GrundstĂŒck kaufen wĂŒrden brĂ€uchte es eine PrĂŒfung des Nachbarschaftspotentials. Der Wagenplatz muss also in die Nachbarschaft passen und wenn dem nicht so ist, kann er auch auf Privateigentum verboten werden.

Wir sprachen ihn auf die Möglichkeit der Zwischennutzung auf dem PrĂŒner Schlag an, die wĂ€hrend eines Bauausschusses von Kurt Krieger, dem EigentĂŒmer der Möbel Kraft / Möbel Höffner, bejaht wurde. Dies sei aber eine Entscheidung, die Krieger treffen muss und wir sollen ihn dafĂŒr persönlich kontaktieren.

In Bezug auf die Planungen des MFG5 GelĂ€ndes sagte Arne Langniß, dass das GrundstĂŒck noch immer dem Land gehöre und die Stadt es erst plane zurĂŒckzukaufen. Noch könne die Stadt daher darĂŒber nichts entscheiden. Wir könnten Robert Schall, dem Leiter des OB-BĂŒros, schreiben, dass er uns fĂŒr die Planung im Hinterkopf behalten solle.

Des Weiteren fragten wir ihn nach kontaminierten oder teilkontaminierten FlĂ€chen, die fĂŒr einen Wagenplatz nutzbar wĂ€ren, aber fĂŒr andere Projekte nicht. FĂŒr uns stellt dies eine realistische Möglichkeit dar, da wir nicht im Boden graben werden, keine FlĂ€chen versiegeln und insofern bei bestimmten Kontaminationen keine Gefahr fĂŒr uns ausgeht. Das sah Arne Langniß entschieden anders und sagte Sachen wie „da lachen euch die Fraktionen aus“, „ich werde euch dabei nicht unterstĂŒtzen“, „das ist weltfremd“. Dass ein Großteil der WagenplĂ€tze in Deutschland auf eben solchen FlĂ€chen liegt und eine vermeintliche GefĂ€hrdung ja von der Art der Kontamination abhĂ€ngt drang zu ihm nicht durch. Die Stadt sichert sich durch ein solches Verhalten laut Arne Langniß rechtlich ab, da sie sonst im Schadensfall dafĂŒr gerade stehen mĂŒsste.

Insgesamt haben wir dieses GesprĂ€ch als sehr frustrierend und sinnlos wahrgenommen. Arne Langniß hat deutlich gemacht, dass die GrĂŒnen kein Interesse daran haben einen Wagenplatz und Freiraum, den es in der Stadt Kiel braucht, zu ermöglichen und dass sie ein wechselhaftes Spiel mit uns spielen. Erst letzten Sommer waren sie hochmotiviert einen Antrag in der Ratsversammlung fĂŒr uns einzureichen, es haben zahlreiche GesprĂ€che stattgefunden, um den Antrag dann doch aus nicht nachvollziehbaren GrĂŒnden platzen zu lassen.

Alte FlĂ€che, neues GlĂŒck – Meimersdorfer Moor reloaded

Nach ca. 4 Wochen Schlagloch im Sommerloch haben wir gestern, am 8.7.2019 die schöne Brache im Meimersdorfer Moor kurzerhand einfach nochmal neu besetzt 🙂 Hier ist es schön und wohnen tut es sich gut! Nach wie vor weit und breit keine (vom schreienden EigentĂŒmer so viel prophezeite) Baustelle in Sicht… Kommt vorbei, wir freuen uns!

Am Sonntag, 14.07. ab 19Uhr wird direkt ein schönes kleines Konzert bei uns stattfinden… Mehr dazu hoffentlich morgen. Seid gespannt und kommt zahlreich zum Lauschen vorbei!

Aktuelle Situation im Meimersdorfer Moor

Wie im vorherigen Beitrag dokumentiert, wurde uns am Sonntag durch die Bundespolizei ein Platzverweis fĂŒr gestern, Montag den 22.04.2019, zu um 18Uhr ausgesprochen. Zu dem diesbezĂŒglich angesetzten öffentlichen Plenum gestern kamen ca. 30 Menschen und viele blieben auch noch den Abend ĂŒber. Das gab uns ein gutes GefĂŒhl und RĂŒckhalt, fettes Danke an alle!!

Gestern Nachmittag kam die Polizei dann auch ein paar Mal vorbei, war aber offensichtlich durch die Kolleg*innen des Vortags ziemlich schlecht informiert worden, sodass sie nicht wussten, wem die FlĂ€che gehört, um was fĂŒr eine Baustelle es sich handeln sollte usw. Dementsprechend zogen sie dann, als sie sahen, dass wir uns nicht um 18Uhr selbst entfernten, unverrichteter Dinge wieder ab. Sie teilten uns mit, dass der Platzverweis auf heute, Dienstag 23.04. um 12Uhr verschoben wird, da sie heute Vormittag zunĂ€chst recherchieren mĂŒssten, wem die FlĂ€che gehört etc. Von uns ginge ja außerdem keine Gefahr aus und wir wĂŒrden ja die Gleisbaustelle auch scheinbar nicht blockieren. Sie wĂŒrden noch eine zeitlang vorne an der Straße warten, ob der vermeintliche EigentĂŒmer/Bauunternehmer (whatever…) nochmal vorbei kĂ€me, um ihn abzufangen und ihm zu sagen, dass sie heute nichts machen werden.

Leider warteten sie scheinbar nicht lange genug, denn gegen 20Uhr kam dann doch noch die EigentĂŒmer-Familie. Deren Auftreten war wie bereits tags zuvor extrem aggressiv und zu keinerlei Kommunikation bereit. Mit einer bemerkenswerten Dreistigkeit wurde versucht alle anwesenden Personen ohne deren Zustimmung zu filmen und fotografieren, es wurde rumgeschrien und 3 Personen durch plötzliches Losrasen mit dem Auto fast ĂŒber den Haufen gefahren. Die ganze Aktion hielt ungefĂ€hr eine Stunde an. Dann fuhren sie endlich vom Platz.

Heute vormittag kam ein Streifenpolizist vom lokalen Revier vorbei, fragte wie lange wir bleiben. Als es darauf keine Antwort gab, wĂŒnschte er noch einen schönen Tag. Der EigentĂŒmer lief einmal vorbei, war aber diesmal ruhig. Außerdem kam ein Mensch vom Umweltamt vorbei. Der EigentĂŒmer habe uns dort angezeigt, wir wĂŒrden Bahnschwellen verbrennen. Der Mensch vom Umweltamt ĂŒberzeugte sich davon, dass dies nicht der Fall sei und nach einer kurzen freundlichen Unterhaltung, verabschiedete er sich.

Wir wissen nicht, wie es weiter geht und freuen uns jederzeit ĂŒber Besuch. Wir hoffen nach wie vor, dass wir hier lĂ€nger bleiben können. Ohne eure UnterstĂŒtzung geht das nicht! Auch wenn es gerade ruhig ist: das kann sich jederzeit Ă€ndern… Bleibt also alarmbereit, guckt regelmĂ€ĂŸig auf den Blog usw. Danke fĂŒr eure nun bald 2-jĂ€hrige UnterstĂŒtzung 🙂

Platzverweis durch Polizei – kommt vorbei!

Seit Dienstag bewohnen wir nun die FlĂ€che im Meimersdorfer Moor und können uns gut vorstellen, hier fĂŒr lĂ€ngere Zeti zu bleiben. Heute (Sonntag) haben uns die EigentĂŒmer*innen der FlĂ€che einen Besuch abgestattet. Sie wussten offensichtlich zuvor nichts von unserer Anwesenheit und konfrontierten uns direkt mit dem Ihnen sehr wichtigen Eigentumsrecht. Das Brachliegen der FlĂ€che hĂ€tte uns nicht zu interessieren, unsere Fahrzeuge seien ja wohl Schrott, welchen wir hier ablagern wĂŒrden, sowie all unseren anderen MĂŒll, wofĂŒr Sie dann spĂ€ter hafteten. Als wir auf die Aufforderung, die FlĂ€che zu verlassen, nicht direkt reagierten, riefen sie die Polizei, die 10 Minuten spĂ€ter auch auf der Matte stand. ZustĂ€ndig fĂŒr diese FlĂ€che ist die Bundespolizei, da sie im FĂ€chennutzungsplan noch als BahnflĂ€che eingetragen ist. Diese erteilte uns nach kurzem Hin und Her einen Platzverweis, der morgen (Montag 22.04.) ab 18 Uhr geltend gemacht werden soll. Der EigentĂŒmer betonte mehrfach, dass er möchte, dass sofort eine RĂ€umung oder mindestens eine IdentitĂ€tsfeststellung durchgefĂŒhrt werden soll. Die Polizei sah dafĂŒr jedoch heute noch keine direkte Handlungsgrundlage, da eine hier vermeintlich geplante Baustelle erst Dienstag beginnen solle. Den Platzverweis wollen sie jedoch am morgigen Tag durchsetzen.

Wir wĂŒrden uns ĂŒber solidarische Menschen freuen, die uns morgen in dieser bedrohlichen Situation beistehen! FĂŒr mehr Infos ist ein Plenum um 15 Uhr angesetzt. Kommt alle vorbei!

Schlagloch braucht eure UnterstĂŒzung!

Vom Parkplatz in die Natur

Bauhaus-Parkplatz

Am Freitag, den 12.04.2019 sind wir aus der Werftbahnstraße auf den ehemaligen Bauhaus-Parkplatz in der Stormarnstraße gezogen. Wir haben dort ein recht entspanntes Wochenende verbracht. Einige Nachbar*innen und andere Interessierte kamen vorbei und wir hatten ein paar nette GesprĂ€che. Am Montag recherchierten wir dann, wem die FlĂ€che gehört und kontaktierten die Eigentumsgesellschaft „GlĂŒsing“. Nach einigen Ă€ußerst anstrengenden GesprĂ€chen mit der EigentĂŒmerin, wurde uns mit einer polizeilichen RĂ€umung gedroht. Die Versuche mit der EigentĂŒmerin eine Lösung, wie beispielsweise eine Zwischennutzung zu erzielen, erschienen uns schnell aussichtslos. Die Kommunikationsweise der EigentĂŒmerin war sehr eskalativ und somit war keine sachliche Lösungssuche mögliche. Die vielen Provokationen der EigentĂŒmerin, wie beispielsweise der Drohung, sich in unsere Betten zu legen, da das ja genau das gleiche sei, wie einen brachliegenden Parkplatz zu besetzen, empfanden wir als lĂ€cherlich. Die mangelnde Bereitschaft unsererseits fĂŒr diese, doch eher ungemĂŒtliche FlĂ€che, erhebliche Repressionen auf uns zu nehmen, hat uns zum Umzug bewegt.

Meimersdorfer Moor

Anzutreffen sind wir seit vorgestern (Dienstag Abend) im schönen Meimersdorfer Moor nahe der B404. Mit dem Fahrrad fĂ€hrt mensch entlang der B404, rechts unter der UnterfĂŒhrung hindurch Richtung Molfsee, dann direkt links durch den Tunnel. Dort geht ein Feldweg neben einem Haus mit Second Hand Laden hinein. Diesem folgt mensch und biegt nach einigen hundert Metern links ab und direkt wieder rechts. Koordinaten: 54°17’17.0″N 10°07’21.9″E . Laut Information der Bahn-Immobilienwirtschaft wurde diese FlĂ€che vor ca. 2 Jahren versteigert. Die aktuellen EigentumsverhĂ€ltnisse waren damit fĂŒr uns nicht recherchierbar. Wir haben diese FlĂ€che dann der Stadt vorgeschlagen. Diese lehnte eine Nutzung als Wagenplatz ab, da es sich um Kreuzotter-Schutzgebiet handele. Wir sind der festen Überzeugung, dass ein Wagenplatz die Kreuzottern nicht gefĂ€hrdet, da wir keinerlei Boden versiegeln. Wir möchten auch gerne mit Naturschutzorganisationen in Kontakt kommen, wie wir sogar dazu beitragen könnten, die Kreuzottern zu schĂŒtzen. Wir haben diese FlĂ€che besetzt mit dem Plan möglichst lange hier zu bleiben und sind gespannt was kommt!

Wie immer gilt: Kommt vorbei! Hier ist es grĂŒn und schön! Wir freuen uns auf euch und eure Ideen diesen Freiraum zu gestalten!

Neue FlĂ€che, neues GlĂŒck

12.04.19

Abschied aus der Werftbahnstraße

Wie bereits angekĂŒndigt haben wir, die Wagengruppe Schlagloch, die FlĂ€che in der Werftbahnstraße noch vor dem 15.4. gerĂ€umt.

Verabschiedet haben wir uns von dort bereits vergangenen Sonntag, den 7.4.2019, mit einem bunten Fest. Auf diese Weise wurde unser Protest gegen das hier geplante 17-stöckige Bauvorhaben inklusive 4-Sterne Hotel zum Ausdruck gebracht. Mit dabei waren ĂŒber 400 Menschen, die verschiedenster Musik lauschten, tranken und aßen, bauten und bastelten, sich austauschten und eine Menge Spaß hatten. Die große Resonanz hat deutlich gemacht, dass wir nicht alleine sind mit dem Wunsch nach mehr FreirĂ€umen und unkommerziellen FlĂ€chen in dieser Stadt. Nobel-Hotels haben nichts mit den BedĂŒrfnissen der Kieler*innen zu tun – ganz im Gegenteil! Die Förderung solcher Prestige-Objekte zeigt mal wieder, dass die Stadtpolitik immer wieder wirtschaftliche anstatt soziale PrioritĂ€ten setzt! Im Zuge des Fests wurde ein wunderschöner, ganz eigener Turm gebaut, der aus der KreativitĂ€t der vielen unterschiedlichen Menschen aus dem Stadtteil entstanden ist. Wir finden: Jetzt steht hier schon ein schöner Turm von dem alle was haben – da muss gar kein Hotel-Turm mehr gebaut werden… 😉

Von Herzen danken wir allen Initiativen, Gruppen und Einzelpersonen, die dieses Fest unterstĂŒtzt und ermöglicht haben! Außerdem danken wir der W8 fĂŒr Strom, Wasser, die nette Nachbarschaft und den Stellplatz ĂŒber den Winter!

Ankunft auf der neuen FlÀche

Ein wenig wehmĂŒtig, aber auch voller neuer Besetzungs-FrĂŒhlings-Energie, haben wir heute die Werftbahnstraße 1 verlassen und bewohnen nun den ehemaligen Bauhaus-Parkplatz in der Stormarnstraße in Kiel-SĂŒdfriedhof. Da der Baumarkt Bauhaus vor kurzem geschlossen wurde, liegt die FlĂ€che brach und eignet sich – wie so viele Kieler FlĂ€chen – gut als Wagenplatz. Auch diese FlĂ€che soll belebt und als offener Raum verstanden werden. Wenn ihr also Ideen habt, euch einzubringen oder einfach einen unkommerziellen Erholungsort sucht, kommt vorbei! Erste Gelegenheit dazu bietet ein gemĂŒtliches Beisammensein an der Feuertonne am morgigen Samstag, den 13.4. ab 20 Uhr, und ein DIY-Brunch (=jeder bringt was mit) am Sonntag, den 14.4. ab 12 Uhr.

Wir wollen auf dieser FlĂ€che bleiben! Um das zu ermöglichen, werden wir versuchen, mit den EigentĂŒmer*innen ins GesprĂ€ch zu kommen. Trotzdem fĂŒhrt kein Weg daran vorbei, dass die Kommunalpolitik sich bewegt und endlich Schritte einleitet, um eine Gesetzesgrundlage fĂŒr alternative Wohnformen zu schaffen und deren Durchsetzung zu ermöglichen! Eure Ignoranz macht uns nur stĂ€rker!

FĂŒr mehr FreirĂ€ume und WohntrĂ€ume!

Wagengruppe Schlagloch

Wie geht es weiter mit der Wagengruppe Schlagloch?

Wie geht es weiter mit der Wagengruppe Schlagloch?

Oder: Ein Umzug steht an… schon wieder…

Wagenplatz in der Werftbahnstraße

Anfang Oktober 2018 wurde im Zuge von Aktionstagen zum Thema Wagenleben in Kiel die FlĂ€che Werftbahnstraße 1 (Ecke Werftbahnstraße/GablenzbrĂŒcke) in Gaarden besetzt. Nach den Aktionstagen beschlossen wir als Wagengruppe Schlagloch auf der FlĂ€che zu bleiben. Wir finden diese FlĂ€che eignet sich sehr gut als Wagenplatz, vor allem aber auch als Freiraum. FĂŒr uns ist das Beleben der Werftbahnstraße 1 exemplarisch dafĂŒr, wie einfach und erfolgreich die von uns stets angeregte Zwischennutzung einer FlĂ€che als Wagenplatz funktionieren kann.

Bauprojekt in der Werftbahnstraße

In den letzten Monaten wurde klar, dass fĂŒr diese FlĂ€che ein Mega-Bauvorhaben unter dem Ttel „KoolKiel“ geplant wird . Es soll hier ein riesiger Hochhaus-Komplex gebaut werden, in dem neben Gewerbezeile, BĂŒros, Wohnraum und einer Dachgartenbar insbesondere auch ein Vier-Sterne-Hotel mit 250 Zimmern entstehen soll. Da die Erschließung dieser FlĂ€che aufgrund der Unterbunkerung teuer wird, hat die Stadt Kiel sie unseres Wissens nach zu einem Spottpreis an die Gesellschaft „Kap Horn“ verkauft (http://www.kn-online.de/Kiel/Vier-Sterne-Hotel-in-17-stoeckigem-Hochhaus-in-Kiel-Gaarden-geplant , http://www.kn-online.de/Kiel/Hotelprojekt-in-Gaarden-KoolKiel-nimmt-langsam-Fahrt-auf ).

Wir sind der Meinung, dass der Stadtteil Gaarden (und auch Kiel im Allgemeinen) ganz andere Dinge braucht, als ein 4-Sterne Hotel! Wir stellen uns deswegen ganz klar gegen einen solchen Ausverkauf stĂ€dtischer FlĂ€chen und fordern, dass die Stadt mehr Verantwortung fĂŒr den mangelnden (bezahlbaren) Wohnraum ĂŒbernimmt und z.B. den stĂ€dtischen sozialen Wohnungsbau ernsthaft vorantreibt! 

Wagenplatz vs. Bauprojekt

Seit wir als Wagengruppe auf diese FlĂ€che gezogen sind, wurde uns stets gesagt, wir könnten bis zum 15. April 2019 hier bleiben. Über diese Zusage sind und waren wir zunĂ€chst einmal sehr froh. Uns war es so möglich ein festes Winterquartier zu haben und diese FlĂ€che mit vielen anderen Menschen zu nutzen. In der Vergangenheit haben wir der Stadt Kiel oft vorgeschlagen, dass BrachflĂ€chen als Wagenplatz gut geeignet sind. Hier in der Werftbahnstraße hat sich gezeigt, dass eine Zwischennutzung eine einfach umsetzbare Möglichkeit ist.

Uns fĂ€llt es zugegebener Maßen schwer, hier einfach das Feld zu rĂ€umen. Wir können uns diese FlĂ€che sehr gut als langfristigen Freiraum, Wagenplatz und damit Ort des Miteinanders vorstellen. Doch hier soll ein Prestigeobjekt entstehen, das nur wenigen Menschen zugĂ€nglich sein wird. Wenn aber auf einer von uns genutzten FlĂ€che, bezahlbarer Wohnraum fĂŒr eine Vielzahl von Menschen entstehen wĂŒrde, hĂ€tten wir weniger Bauchschmerzen diesen Ort zu verlassen. Denn diese Stadt braucht dringend bezahlbaren Wohnraum!

Von Seiten der Investor*innen, der fĂŒr die Gesellschaft bauen will, wurde uns jedoch schon jetzt mit erheblicher Repression gedroht, sollten wir nicht am 15.04. verschwunden sein. Und das, obwohl der Baubeginn laut KN erst in zwei Jahren sein wird (http://www.kn-online.de/Kiel/Neues-Hochhaus-in-Kiel-Gaarden-Das-sagen-die-Leser-zum-Hotel-Entwurf).

Die Wagengruppe Schlagloch zieht um!

Trotz allem haben wir uns entschieden am 15.04.2019 die Werftbahnstraße 1 zu verlassen. Wir machen uns keine Illusionen: Mit den Mitteln, die uns zur VerfĂŒgung stehen, können wir dieses millionenschwere Projekt nicht verhindern. Genauso wenig können wir der Repression, die uns aus einem solchen Zusammenhang droht, standhalten. Es gibt außerdem eine mĂŒndliche Absprache mit dem GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Gesellschaft, dass wir nur bis zum genannten Datum hier wohnen bleiben werden. Uns ist es nach wie vor wichtig, transparent zu kommunizieren und zuverlĂ€ssig zu handeln. Es steht also ein Umzug an!

Straßenfest als Protestaktion am 07.04.2019

Doch bevor wir weinenden Auges und mit wehender Fahne weiterziehen werden, möchten wir noch einmal öffentlich deutlich machen, dass der Stadtteil Gaarden keinen Hotel-Turm braucht! Wir laden deswegen herzlich am Sonntag, den 07.04.19, zu einem Straßenfest in der Werftbahnstraße 1 ein! Kommt alle vorbei, um diesen schönen Ort noch einmal bunt und vielfĂ€ltig aufleben zu lassen! Es soll unter anderem gemeinsam unser ganz eigener „Hochhausturm“ gebaut werden. Mit Hammer und Nagel und bunten Farben kann jede*r den Turm an dem Tag so mitgestalten, wie sie*er sich ein Bauprojekt in Gaarden wĂŒnschen wĂŒrde! Außerdem wird es Kaffee und Kuchen, eine Bar, Kinderprogramm, Musik und vieles mehr geben. Alle Kieler Initiativen sind ĂŒbrigens herzlich eingeladen sich zu beteiligen und den eigenen Unmut ĂŒber die Stadtpolitik damit zum Ausdruck zu bringen! Kontaktiert uns per Mail unter pruener_schlagloch@riseup.net .

Wir freuen uns auf euch und eure kreativen Ideen!

Und was passiert danach mit dem Wagenplatz?

Wohin wir ab Mitte April ziehen werden ist mal wieder völlig ungewiss. Die Verwaltung der Stadt Kiel ist seit Mai 2018 nicht mehr bereit mit uns zu verhandeln. Die Parteien wollten zunÀchst einen neuen Antrag in die Ratsversammlung einbringen, in dem die gemeinsame Lösungssuche gefordert wird. Nach einigem Hin und Her setzten sie ihre Versprechen jedoch nicht in die Tat um.

Kurzum: der politische Wille, alternative Wohnformen in Kiel zu ermöglichen, erscheint uns nicht vorhanden. Wir werden jedoch nicht aufgeben und solange weiterziehen, bis wir irgendwo bleiben können! In diesem Sinne: ihr hört bald wieder von uns…

Wagengruppe Schlagloch

Ein 4-Sterne-Hotel fĂŒr Gaarden an der GablenzbrĂŒcke??

Anfang Oktober 2018 wurde im Zuge von Aktionstagen zum Thema Wagenleben in Kiel die FlĂ€che Werftbahnstraße 1 (Ecke Werftbahnstraße/GablenzbrĂŒcke) in Gaarden besetzt. Nach den Aktionstagen beschlossen wir als Wagengruppe Schlagloch auf der FlĂ€che zu bleiben. Wir finden diese FlĂ€che eignet sich sehr gut als Wagenplatz, vor allem aber auch als Freiraum. Sie ist zentral gelegen und bietet somit vielen Kieler*innen die Möglichkeit zur Mitgestaltung. Auch den positiven, offenen Kontakt zu der EigentĂŒmer*innengesellschaft schĂ€tzen wir sehr. FĂŒr uns ist das Beleben der Werfbahnstraße 1 exemplarisch dafĂŒr, wie einfach und erfolgreich die von uns stets angeregte Zwischennutzung einer FlĂ€che als Wagenplatz funktionieren kann.

In den letzten Monaten wurden dann in den Kieler Nachrichten mehrere Artikel zum geplanten Bauvorhaben auf eben dieser FlĂ€che veröffentlicht. ( Hier zu finden: http://www.kn-online.de/Kiel/Vier-Sterne-Hotel-in-17-stoeckigem-Hochhaus-in-Kiel-Gaarden-geplant , http://www.kn-online.de/Kiel/Neues-Vier-Sterne-Hotel-in-Kiel-Gaarden-So-koennte-es-aussehen ). Unter den Politiker*innen ist die Begeisterung fĂŒr den Neubau groß und die LobgesĂ€nge ĂŒber die „qualitativ hochwertige Architektur“ werden ausgiebig abgedruckt (http://www.kn-online.de/Kiel/Hochhaus-Plan-Alle-lieben-den-verrueckten-Turm-von-Kiel). Aus den Artikeln geht hervor, was genau auf dieser FlĂ€che geplant ist: Ein riesiger Hochhaus-Komplex, in dem neben Gewerbezeile, BĂŒros, Wohnraum und einer Dachgartenbar insbesondere auch ein Vier-Sterne-Hotel mit 250 Zimmern entstehen soll. Da die Erschließung dieser FlĂ€che aufgrund der Unterbunkerung teuer wird, hat die Stadt Kiel sie unseres Wissens nach zu einem Spottpreis verkauft.

In dieser Stadt gibt es einen immer stĂ€rker drĂ€ngenden Wohnraummangel – insbesondere im Segment „bezahlbar“. Wir stellen uns deswegen ganz klar gegen einen solchen Ausverkauf stĂ€dtischer FlĂ€chen und verlangen, dass die Stadt endlich Verantwortung fĂŒr ihre Bewohner*innen ĂŒbernimmt, anstatt FlĂ€chen zu verkaufen und sich anschließend im Glanz der darauf entstehenden Luxusbauprojekte zu sonnen. WĂ€hrend Menschen in dieser Stadt auf der Straße schlafen mĂŒssen, lassen die „Verantwortlichen“ Unternehmen wie zum Beispiel der Krieger Gruppe (Möbel Kraft/Höffner) alles mögliche durchgehen. Warum statt Hotels, MöbelmĂ€rkten und ĂŒberteuerten SchwimmbĂ€dern nicht ein interkultureller Begegnungsort, statt Dachgartenbar ein Gemeinschaftsgartenprojekt, statt Gewerbezeile ein Bauspielplatz, ein Wagenplatz mit Veranstaltungsraum oder eine andere Form eines stadtteilorientierten, gemeinschaftlich nutzbaren Freiraums?

Diese Stadt braucht inklusive FreirÀume statt exklusiver LuxustrÀume!

Wir stehen als Wagengruppe Schlagloch fĂŒr ein Umdenken: Weg vom Profitdenken – hin zum sozialem Denken. Wir werden deshalb nicht mĂŒde, die stadtpolitischen Schieflagen anhand der von uns bewohnten FlĂ€chen aufzuzeigen!

Lasst uns zeigen wie vielfĂ€ltig ein Stadtbild sein kann, wenn alle Menschen es aktiv mitgestalten –

Die Stadt gehört uns allen!